Zeitumstellung: Vorsicht Wild!

Beatrice Frensel, DVR-Referentin

Ein Wildschwein läuft über eine grüne Wiese.

Wildunfälle auf Landstraßen sind leider keine Seltenheit. Mehr als zwei Drittel der Unfälle mit Wild ereignen sich in der Morgen- und Abenddämmerung. Besonders, wenn die Uhr von der Winter- auf die Sommerzeit umgestellt wird, steigt das Risiko für Wildunfälle – aus einem einfachen Grund.

Wild kennt keine Zeitumstellung

Wildtiere orientieren sich an ihrer inneren Uhr und sind unabhängig von der Zeitumstellung unterwegs. Mit Beginn der Sommerzeit, bei der die Uhr eine Stunde vorgestellt wird und wir eine Stunde früher aufstehen müssen, verschiebt sich der Berufsverkehr wieder in die Morgendämmerung. Laut Deutschem Jagdverband (DJV) sind in dieser Zeit besonders viele Rehe und Hirsche unterwegs. Aufgrund ihrer Fellfarbe sind die Wildtiere dann gut getarnt und somit vor Fressfeinden geschützt. Gleichzeitig erhöht der vermehrte Straßenverkehr das Risiko für Wildunfälle.

Wildunfälle in Zahlen

Im Jahr 2019 gab es 295.000 Kollisionen mit Wild. Laut der der DJV Wildunfall-Statistik 2019/2020 wurden in Deutschland bei diesen Unfällen mehr als 240.000 Tiere getötet, 2.867 Autofahrende verunglückten, darunter 584 schwer. Zwölf Menschen starben bei Wildunfällen.

Wildunfälle: Richtiges Verhalten entscheidend

Autofahrende können durch einige wenige Verhaltensweise Unfällen vorbeugen und sich und andere schützen. Das richtige Verhalten ist aber auch essentiell, wenn Wildtiere am Straßenrand auftauchen oder es doch zu einem Unfall gekommen ist. So sollten Sie sich verhalten:

Wildunfällen vorbeugen
  • Vorsichtig und umsichtig fahren, insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung.
  • Fahren mit reduzierter Geschwindigkeit entlang unübersichtlicher Landstraßen.
  • Besondere Aufmerksamkeit bei neuen Straßen durch Waldgebiete. Wildtiere bleiben ihren gewohnten Pfaden treu, unabhängig davon, ob eine neue Straße gebaut wurde oder nicht.
Verhalten bei Wild am Straßenrand
  • Abblenden, hupen, bremsen.
  • Lenkrad festhalten, keine unkontrollierten Ausweichmanöver.
  • Umsichtig sein und mit Nachzüglern rechnen.
  • Straßenabschnitt langsam und aufmerksam passieren.
Verhalten bei einem Wildunfall
  • Ruhe bewahren!
  • Sichern der Unfallstelle: Warnweste anlegen, Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen.
  • Bei Personenschäden: Erste Hilfe leisten und Notruf 112 wählen.
  • Jäger oder Polizei kontaktieren und Standort melden. Teilen Sie die Fluchtrichtung des Tieres mit. Das erleichtert die Suche nach dem Tier.
  • Tote Tiere niemals ohne Handschuhe anfassen.
  • Abstand zu lebenden Tieren halten.
  • Geflüchteten Tieren nicht folgen.
  • Wildunfallbescheinigung für Versicherung ausstellen lassen.

Wildunfallstatistik des Deutschen Jagdverbands

Beatrice Frensel, DVR

Beatrice Frensel

Beatrice Frensel arbeitet seit 2020 beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Sie betreut u.a. die Social Media Kanäle, verschiedene Kampagnen und Aktionen.

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